Mehrschichtparkett: HDF-Träger und ihre langfristigen Folgen
Gut zu wissen
Bei der Herstellung von Mehrschichtparkett kommen verschiedene Trägermaterialien zum Einsatz. Traditionell bestand der Gegenzug häufig aus Fichtenholz, das rückseitig eingeschlitzt wurde, um Spannungen im Material auszugleichen. In den letzten Jahren hat sich jedoch zunehmend HDF (High Density Fibreboard) als Trägermaterial etabliert.
Der Vorteil von HDF liegt in seinem gleichmässigen Verhalten bei Feuchtigkeit und Temperatur: Das Material quillt und schwindet in alle Richtungen gleichmässig – es muss daher nicht vollständig eingeschlitzt werden. Das ermöglicht dünnere Deckschichten aus Edelholz, was die Produktion effizienter und materialschonender macht. Bei dünnen Deckschichten mit Fichten-Gegenzug hingegen besteht beim Sanieren, Schleifen und Neuölen das Risiko, dass das Trägermaterial sichtbar wird.
Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft die Verklebung. Viele dieser Parkettböden werden vollflächig mit Hybridklebern verklebt. Diese schaffen zwar sehr stabile Verbindungen, können aber bei einer späteren Renovation zum Problem werden: HDF-Träger, die mit Hybridklebern verklebt wurden, lassen sich oft nur mit erheblichem Aufwand entfernen – was Kosten und Arbeitsaufwand bei einer künftigen Bodensanierung deutlich erhöhen kann.
Langfristige Investition lohnt sich
Gerade mit Blick auf die Lebensdauer eines Parkettbodens – oft mehrere Jahrzehnte – lohnt es sich, nicht nur auf Optik und Preis zu achten, sondern auch auf Aufbau, Trägermaterial und spätere Sanierbarkeit. Entscheidungen, die heute bei Produktion oder Verlegung getroffen werden, können in 20 oder 30 Jahren grossen Einfluss darauf haben, wie aufwändig sich ein Boden renovieren oder ersetzen lässt – und was das am Ende kostet.




