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China-Parkett – ein langer Weg mit vielen Fragezeichen

Was hinter günstigem Importparkett steckt

In den letzten Jahren findet sich zunehmend Parkett aus chinesischer Produktion auf dem europäischen Markt. Auf den ersten Blick wirkt das Angebot attraktiv: günstige Preise, europäische Holzarten wie Eiche. Doch ein genauerer Blick offenbart ein System, das ökologisch wie qualitativ viele Fragen aufwirft.

Besonders widersprüchlich ist der Weg des Rohmaterials: Häufig wird europäische Eiche nach China verschifft, dort zu Parkett verarbeitet und anschliessend wieder tausende Kilometer zurück nach Europa transportiert. Dieser globale Kreislauf verursacht enorme Emissionen und steht in keinem Verhältnis zu den regionalen Produktionsmöglichkeiten in Europa – wo sowohl das Holz als auch das Know-how vorhanden sind.

Hinzu kommt, dass Qualitätskontrollen und Produktionsstandards stark variieren. Während einzelne Hersteller solide Ware liefern, fehlt bei vielen Produkten eine verlässliche Kontrolle über Leime, Materialien und Fertigungsprozesse. Schadstoffprüfungen sind nicht immer nachvollziehbar oder entsprechen nicht den strengen europäischen Normen. In der Praxis zeigt sich entsprechend eine schwankende Qualität: Manche Böden sind ordentlich verarbeitet, andere weisen Probleme wie Deckschichtablösungen oder instabile Trägerkonstruktionen auf.

Ein weiteres Merkmal solcher Importware sind oft ungewöhnliche Parkettformate. Die Abmessungen orientieren sich nicht an klassischen europäischen Normen, sondern an Containermassen – damit möglichst viel Ware effizient verschifft werden kann. Als Trägerschicht findet sich zudem häufig Hevea-Holz (Gummibaum), ein Material, das vor allem in asiatischen Produktionen eingesetzt wird.

Wirtschaftliche Graubereiche und der Appell für bewusste Entscheidungen

Auch wirtschaftliche Aspekte spielen eine Rolle. Durch komplexe Lieferketten lassen sich Handelssanktionen oder Herkunftsbestimmungen umgehen – wodurch Produkte auf den Markt gelangen, deren tatsächliche Herkunft und Produktionsbedingungen kaum nachvollziehbar sind.

Für Bauherren, Architekten und Bodenleger lohnt es sich deshalb, genauer hinzuschauen. Parkett ist ein Naturprodukt mit einer Lebensdauer von Jahrzehnten – Qualität und Langlebigkeit hängen entscheidend von Material, Verarbeitung und kontrollierter Produktion ab. Gerade bei einem Produkt aus europäischen Wäldern stellt sich daher eine berechtigte Frage: Muss das Holz wirklich einmal um die halbe Welt reisen, bevor es hier verlegt wird?